Die Grüne Jugend Köln fordert eine konkrete Auseinandersetzung mit dem Thema mentale Gesundheit in Schule und Unterricht. 57% der Jugendlichen erfüllen die Kriterien einer psychischen Belastung, 38% sogar „mittel bis schwer“– Das sind die Ergebnisse einer Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim aus dem Sommer letzten Jahres. Trotzdem wird über psychische Gesundheit viel zu wenig gesprochen und auf psychischen Störungen liegen viele Stigmata. Für uns ist klar: Wir müssen nicht nur mehr, sondern auch anders über mentale Gesundheit sprechen!


Eine Veränderung der Gesprächskultur


Schüler*innen müssen mehr über psychische Störungen wissen, doch eine reine Abhandlung dieser, zum Beispiel in Form eines Vortrages, wäre zu distanziert und unvollständig. Aktuell ist vielen Menschen nicht klar, dass das Thema mentale Gesundheit jede*n betrifft, denn zu mentaler Gesundheit gehört noch viel mehr als die reine Abwesenheit psychischer Störungen.

Wenn wir als Gesellschaft lernen über Gefühle zu sprechen, führt dies langfristig zu einer schon längst überfälligen Enttabuisierung des Themas „mentale Gesundheit“.

Über Gefühle sprechen können


Schon in der Grundschule müssen Kinder für mentale Gesundheit sensibilisiert werden. Es sollte mehr über Gefühle und deren Bedeutung gesprochen werden. Ziel ist, die eigenen Gefühle auszudrücken und die anderer zu verstehen.

Was fühle ich heute? Was sind Bedürfnisse und welche habe ich? Was bedeutet Struktur in meinem Tag? Wie beantworte ich die Frage, wie es mir geht?


Was bedeutet Struktur im Alltag


In der Sekundarschule müssen das Thema und die oben genannten Fragen weiter vertieft werden. Viele Schüler*innen wissen häufig nicht, warum Struktur im Alltag wichtig ist, und wie Essen, Schlafen, Lernen und Auszeit Einfluss auf unsere psychische Gesundheit haben.

Lernen lernen

In der Schule sollen viele inhaltliche Themen gelehrt werden. Dabei wird nicht darauf eingegangen, wie „Lernen“ überhaupt funktioniert, oder warum beispielsweise Tiefschlafphasen so wichtig für das Lernen sind. Die meisten Oberstufenschüler*innen wissen das nicht. Prokrastination und Leistungsdruck sollten besprochen und hinterfragt werden.


Forderung vom Tag der Bildung


Wir unterstützen die Forderung von „Unsere Stimme zur Corona-Stimmung“ vom Tag der Bildung, an dem rund 2700 Jugendliche im Rahmen einer Umfrage ihre Forderungen an bessere Bildung formuliert haben:


„Wir fordern, dass das Thema Mental Health in Schule und Gesellschaft eine wichtigere Rolle spielt. Aktuell fühlen wir uns mit unseren persönlichen Sorgen und Ängsten allein gelassen und haben das Gefühl, dafür keine Ansprechperson zu haben. Deshalb fordern wir den Einsatz professioneller Expertinnen und Experten, beispielsweise der Sozialpädagogik, die für uns einfach und schnell ansprechbar sind, aktiv auf uns zugehen und uns unterstützen, das Thema in den Schulalltag zu integrieren und sichtbar zu machen. Wichtig ist, dass es sich um qualifizierte Personen handelt, die zwar an den Schulen aktiv sind, aber nicht gleichzeitig unterrichten. Es soll hier eine klare Rollentrennung zwischen (notengebenden) Lehrkräften und Beraterinnen und Beratern bestehen. An den Schulen und auch darüber hinaus soll Aufklärung zum Thema Mental Health z.B. durch Erfahrungsberichte, Seminare und Diskussionen zum Thema erfolgen.“