Pressemitteilung: Kölner GRÜNE kritisieren Talkshow „Die letzte Instanz“ und fordern Konsequenzen

In der Late-Night-Talkshow „Die letzte Instanz“ des WDR wurde am Samstagabend vermeintlich kontrovers über die Frage, ob bestimmte Begriffe oder Aussagen rassistisch seien oder nicht, diskutiert. Die Gäste Micky Beisenherz, Thomas Gottschalk, Janine Kunze und Jürgen Milski zusammen mit dem Moderator Steffen Hallaschka haben dabei gemeinsam, dass sie weiß sind und keine persönlichen Rassismuserfahrungen in ihrem Leben gemacht haben. Die anschließenden Diskussionen in den Sozialen Medien kritisierten zu Recht die vertretenen Positionen der Anwesenden.

Auch die Kölner GRÜNEN und die Grüne Jugend Köln kritisieren die Besetzung der Runde sowie die Überheblichkeit der anwesenden Gäste auf das Schärfste. Weder Betroffene noch Expert*innen wurden als Teil der Debatte begriffen und wurden bei der Besetzung nicht berücksichtigt. Die Kölner GRÜNEN und die Grüne Jugend Köln fordern nun, dass über die getätigten Entschuldigungen hinaus auch personelle Konsequenzen gezogen werden müssen.

Katja Trompeter, Vorsitzende der GRÜNEN Köln, erklärt: „Die Art und Weise der Sendung verdeutlicht das fehlende Bewusstsein und das fehlende Know-How im Umgang mit Rassismus beim WDR. Zum wiederholten Mal wurde über Menschen, statt gemeinsam mit Menschen mit Rassismuserfahrungen, gesprochen. Die getätigten Aussagen zeugen zudem von Inkompetenz, von fehlendem Problembewusstsein und von Respekt- und Empathielosigkeit gegenüber von Rassismus betroffenen Menschen und ihren Erfahrungen.“

Frank Jablonski, Vorsitzender der GRÜNEN Köln, ergänzt: „Der Mangel an Diversität und Expertise in den Strukturen des WDR muss schnellstmöglich behoben werden. Sowohl der Rundfunkrat als auch der Verwaltungsrat müssen diverser besetzt werden und die Gesellschaft auch jenseits der Weiß gelesenen Mehrheitsgesellschaft abbilden. Auch bei den Mitarbeiter*innen des WDR muss über gezielte Schulungen die Sensibilität und das Problembewusstsein für Rassismus und eigene Rassismen erhöht werden.“

Leon Schlömer, Sprecher der Grünen Jugend Köln, ergänzt abschließend: „Die Ausstrahlung der Sendung zwei Tage nach dem Holocaust-Gedenktag macht außerdem einmal mehr auf tiefsitzende Probleme in der Gesellschaft aufmerksam. Porajmos, der Völkermord der Nationalsozialisten an den europäischen Roma, ist weitgehend unbekannt und nicht ausreichend Bestandteil der schulischen Bildung. Diese fehlende Erinnerungskultur machte die getätigten rassistischen Aussagen erst möglich.“

Kontakt: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Köln, Moritz Rüger, presse[at]gruenekoeln.de, Tel. 0221-73298- 54