57% der Jugendlichen erfüllten Kriterien einer psychischen Belastung, 38% sogar „mittel bis schwer“ – das sind die Ergebnisse einer Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim aus dem Sommer dieses Jahres. Sie zeigen uns: Psychische Belastungen sind also gerade in Zeiten von Corona ein großes, gesamtgesellschaftliches Problem, das insbesondere auch junge Menschen betrifft.

Aber auch vor der sozialen Isolation durch die Pandemie war die Situation schwierig. Während viele Menschen unter psychischen Belastungen leiden und litten, war das Problem in gesellschaftlichen Diskussionen kein wirkliches Thema. Daran wird deutlich, wie stark psychische Belastungen in unserer Gesellschaft stigmatisiert werden.

Wir als Grüne Jugend Köln möchten dem gezielt entgegenwirken, zur Entstigmatisierung beitragen und uns auch aktiv an dem politischen Kampf für gesellschaftliche Veränderungen sowie verbesserte Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten beteiligen.

Hierfür gründen wir als Grüne Jugend Köln die Kommission „Mental Health“, die sich mit dieser Problematik auseinandersetzt. In dieser Kommission können politische Ansätze und Forderungen diskutiert werden. Gleichzeitig soll die Kommission einen Raum geben, unsere eigenen Strukturen im Hinblick auf Awareness bezüglich psychischer Belastungen zu reflektieren und zu prüfen. Gesetztes Ziel der Kommission ist es, in Form eines Handouts oder eines Antrages Ideen zur Verbesserung der Situation bei uns zu sammeln und auf Strukturen zur Unterstützung und Beratung innerhalb sowie außerhalb der GJ Köln hinzuweisen. Mögliche Ideen hierfür wären beispielsweise der Einsatz von Awarenesspersonen in jedem (Aktiven-)Treffen oder die regelmäßige Abfrage der Auswirkungen der Arbeit der GJ Köln auf die psychische Gesundheit. Bestenfalls soll dieser Prozess im Austausch mit anderen Ortsgruppen der GJ oder anderen Arbeitskreisen, die sich ebenfalls mit dem Thema „Mental Health“ beschäftigen, stattfinden.

Durch diesen anzustoßenden Prozess wollen wir zur Entstigmatisierung beitragen, sensibler für psychische Belastung durch ehrenamtliches Engagement werden und unsere Reichweite nutzen, um gesellschaftliche Debatten rund um das Gebiet psychische Gesundheit zu starten.