NEIN zu sexueller Gewalt, NEIN zu Sexismus und NEIN zu Rassismus!
Am Silvesterabend ereigneten sich am Hauptbahnhof in Köln zahlreiche sexuellen Übergriffe an Frauen*.

Dazu Yefei Yu, Sprecherin* der Grünen Jugend Köln: „Die Übergriffe gegen Frauen*, die sich am Bahnhofsvorplatz zu Silvester ereigneten, sind ungeheuerlich. Wir sind zutiefst erschüttert und bekundigen unser tiefes Mitgefühl mit den Opfern. Ihnen muss umfassend psychologische Unterstützung angeboten und deren Erlebnisse ernst genommen werden. Dazu gehört ebenfalls ein öffentlicher Diskurs über die sexistischen, heteronormativen und männlichen Machtstrukturen in unserer Gesellschaft, denn sexualisierte Übergriffe passieren täglich und werden oftmals heruntergespielt, so wie es anfangs in der Silvesternacht geschah. Wir müssen uns endlich damit beschäftigen, dass Frauen* aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität struktuerell belästigt werden, sei es auf der Straße, auf dem Oktoberfest, am Arbeitsplatz oder auch eben zum Karneval!“

Laut Zeug*innenberichten sollen die Täter* „ein nordafrikanisches oder arabisches Aussehen“ gehabt haben.

„Leider werden die schrecklichen Vorfälle instrumentalisiert, um rassistische Hetze zu verbreiten und gegen Geflüchtete zu hetzen, sodass in der öffentlichen Debatte Menschen mit arabischer oder afrikanischer Herkunft pauschal zu Täter*innen gemacht werden. Dabei sollte sich die Debatte auf die Opfer fokussieren. Wir kritisieren dies und fordern dazu auf, die Vorfälle unabhängig von der Herkunft zu betrachten!“, so Vincent Krämer, Sprecher* der Grünen Jugend Köln.

Die Stadt Köln stellte am Dienstagabend für zukünftige Großveranstaltungen mit besonders vielen Menschen in der Innenstadt, z.B. bei Karneval, ein gesondertes Sicherheitskonzept vor, welches unter anderem den Einsatz von mobiler Videoüberwachung vorsieht. An Karneval soll gesondert Verhaltenskataloge an Frauen* und Männern* verteilt werden. Auf der Veranstaltung der Stadt Köln wurde auf Nachfrage von Henriette Reker unter anderem empfohlen, dass Frauen* zu Fremden eine Armlänge Abstand halten sollen.

Vincent Krämer: „Der Verhaltenskatalog und die Empfehlung für Frauen* setzen am falschen Ende an und geben den Opfern die Schuld für die an Ihnen begangenen Straftaten. Anstatt nach Lösungen zu suchen werden patriarchale Unterdrückungsstrukturen reproduziert, das kann kein Ansatz sein! Das Konzept der Überwachung halten wir für falsch, da es die Freiheit aller einschränkt, sie unter Generalverdacht stellt, man dadurch nicht die Wurzel des Problems angeht und Straftaten nicht verhindern kann. Langfristig müssen wir auf eine gesellschaftliche Abkehr von patriarchalen Unterdrückungsstrukturen hinarbeiten!“

„Gleichzeitig sehen wir auch die Berichterstattung und deren Interpretation anhand von Indizien und Gerüchten sehr kritisch. Infolge des zunehmend beschleunigten Informationsflusses, plädieren wir für eine entschleunigte Bewertung aktueller Ereignisse bis die Details hinreichend geklärt sind. Statt wilde Spekulationen über die Herkunft der Täter* zu führen, ist es wichtiger diese nicht zu bennenen, insbesondere dann, wenn sie in keinem direktem Zusammenhang mit den Straftaten stehen. Genau dadurch werden die Rassismen und Vorurteile bedient. Statt über die Sexismus und sexualisierte Gewalt zu sprechen, fokussiert sich die Debatte auf die aktuelle Geflüchtetenpolitik. Das verurteilen wir zutiefst!“, so Yefei Yu.

Yefei Yu und Vincent Krämer richten schließlich aus: „Die Grüne Jugend Köln sagt: NEIN zu sexueller Gewalt! NEIN zu Sexismus! NEIN zu Rassismus!“